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Ich
habe ein Pferd gesehen, schön wie der Mond....
26.
März 2005 - Open Day bei Lasahr Arabians in Triengen, Schweiz
Ich
habe ein Pferd gesehen,
schön wie der Mond.
Die Stirne gewölbt,
das Auge klar,
die Nüstern gebläht vor Erregung.
Der Hufschlag Musik,
der Trab wie ein Tanz,
mein Herz pocht im Rhythmus dazu.
Was
könnte es Besseres geben an einem Ostersamstag als in fröhlicher
Gesellschaft an der Sonne zu sitzen, eine feine Bratwurst zu essen,
fetziger Musik zu lauschen und dazu eine Auswahl der schönsten
arabischen Pferde zu bewundern, die Gott (oder müsste das hier Allah
heissen?) und Züchterhand wohl jemals erschaffen haben.
Es
ist der 5. Open Day von Lasahr Arabians in Triengen, niemand kann
behaupten überrascht zu sein von der Qualität und Ausstrahlung der hier
gezeigten Pferde. Und doch ist es jedes Jahr wieder ein Fest. Kein Wunder,
dass die Leute in Massen herbeiströmen.
Wenn
Tesma (1988, Mashuk x Tantra), ihr Fohlen unter
dem Herzen, zu ihrem spektakulären Trab durchstartet, wenn WN
Canella (1982, GG Samir x AN Mablanca) an der Hand ihres jungen
Handlers wieder einmal den Rüebli-Trick bringt, und wenn Nostalgia
(1987, Neman x Neposa), wie Tesma hochträchtig von Shaklan
Ibn Bengali, es fast nicht erwarten kann im Freilauf über den Platz
zu schweben, dann geht einem das Herz auf!
Aber
halt, noch viel berührender ist vielleicht, in den jungen Pferden ihre
Eltern wiederzuerkennen, nur noch harmonischer und korrekter, mit noch
feineren Köpfen und geschwungeneren Hälsen. Sie scheinen wirklich das
Beste in sich zu vereinen, was einen Vollblutaraber ausmacht.
Die
beiden Junghengste L.A. Cascabel (2001, Shaklan Ibn Bengali x L.A.
Contessa) und L.A. Mistral (2002, Narym
x Monmoransi) sind das Abbild ihres
jeweiligen Vaters. Genau so ist es bei den Nachwuchs-Stuten:
L.A. Theia
(2004, von Psytadel, Besitzer: Bolero
Arabian Stud, Ruth Wenzel, Thalwil), mit dem gleichen
spektakulären Trab wie ihre Mutter Tesma, L.A.
Nemesis (2002, von Kubinec) mit dem
unverwechselbaren Gesicht der Nostalgia-Kinder, L.A. Contessa
(1996, a.d. WN Canella), die von weitem als Erbin des leider in diesem
Jahr verstorbenen Jahrhunderthengstes Balaton zu erkennen ist, L.A.
Kalahari (2001), mit dem unverkennbaren Khouri-Look,
veredelt durch den väterlichen Einfluss von Shaklan Ibn Bengali...
Voller
Spannung wird der Auftritt des neuen Pachthengstes erwartet, der
kürzlich erst aus England hier eingetroffen ist. Ali
Khan (1994, Al Hakkim x Sharene) betritt den Platz wie der König, der
er ist. Niemand kann sich seinem Charisma entziehen, und er hat nicht nur
den Adel, er hat auch die Bewegungen, die einen wirklich guten Hengst
ausmachen.
Zwei
Schimmelhengste aus Deutschland treten als Gast-Stars auf: El
Sid (Al Lahab x Swana) vom Gestüt Osterhof, erst zweijährig,
noch im dunkelgrauen Kleid, und BS Specific
(2000, Sandstorm JC x Basara Saiyana M) vom Gestüt Blutbacher,
leuchtend hell, diesmal auch unter dem Sattel zu bewundern und mit einer
kleinen Tochter (Shakira Specific, a.d. Khiara II) angereist.
Trotz
aller Konkurenz, Shaklan Ibn Bengali (1997, FS Bengali x LM
Sadunga) braucht nicht um seinen Rang auf dem Hof zu fürchten. Zu
durchschlagend hat er seine Vererbungskraft bewiesen, zu erfolgreich
sind seine Fohlen in den letzten Jahren gewesen, als dass ihn so
schnell jemand vom Thron stossen könnte. Er spielt wieder einmal für das
Publikum den wilden Hengst und verwechselt den Platz mit der Rennbahn.
Wie
jedes Jahr sind auch diesmal wieder einige Pferde von zugewandten
Gestüten zu sehen: Naphis Arabians, neu gegründetes Gestüt
von Stéphanie Furrer, kann sogar schon ein Fohlen vorführen: N.A.
Mykonos (von Shaklan Ibn Bengali) heisst der bezaubernde kleine
Fuchshengst, der sich an der Seite seiner Mutter Monmoransi (Nikel
x Magnitka) zeigt, deren Tochter L.A. Medusa
(heute unter dem Sattel zu sehen) ihre Nachfolge bei Lasahr Arabians
angetreten hat. Al Guwa Arabians bringt Al Guwa Cabangali (2004,
von Shaklan Ibn Bengali) mit, der für sein Alter erstaunlich
selbstbewusst in den Ring tritt - und der seiner rein spanischen Mutter L.A.
Candela wie aus dem Gesicht geschnitten ist. MZ-Vollblutaraber
haben ihre hochträchtigen Stuten zu Hause gelassen, sind aber mit den
Jährlingen MZ-Despinada (Shaklan Ibn Bengali x W.A. Djambala) und MZ-Adagio
(Narym x Astronika) angereist, welche beide an der letzten Beständeschau
mit Höchstnoten glänzten.
Plötzlich
erklingt die romantische Titelmusik zum Film "Der mit dem Wolf
tanzt" und Alexandra Bachmann mit Hengst Sharif III und
Hund Daisy hat ihren grossen Auftritt. Im indianischen Kostüm
reitet sie ohne Sattel die schwierigsten Dressurlektionen, teilweise im
Pas de Deux mit dem Hund. Als sich Sharif hinlegt und auf den Rücken
rollt, bleibt bestimmt kein Auge trocken.
28.3.05
Christa Schönmann Abbühl
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